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Dieser Abschnitt dokumentiert die Entstehung, die wissenschaftliche Konzeption, den Aufbau sowie die spätere institutionelle Entwicklung des Oberpfälzer Freilandmuseums Neusath-Perschen. Die Darstellung beruht auf veröffentlichten wissenschaftlichen Arbeiten, archivierten Quellen, zeitgenössischer Presseberichterstattung sowie eigenen Forschungsarbeiten des Autors. Im Mittelpunkt stehen die Entwicklung eines eigenständigen wissenschaftlichen Museumskonzepts, dessen Umsetzung zwischen 1982 und 1992 sowie die Veränderungen der institutionellen Entwicklung ab 1993. Alle Bewertungen erfolgen auf Grundlage dokumentierter Quellen.
Seit den späten 1970er Jahren bestanden im regionalen Kontext Überlegungen zur musealen Erfassung ländlicher Bau- und Lebensformen. Diese orientierten sich überwiegend an typologischen Darstellungen einzelner Gebäude und basierten nach den ausgewerteten Quellen im Wesentlichen auf der sogenannten ‚Hauslandschaft der Oberpfalz‘ (Publikation von 1942). Eigenständige bauhistorische Dokumentationen ländlicher Bauten sind für diese Phase auf Grundlage der ausgewerteten Quellen nicht nachweisbar.

Entwurf für ein Freilandmuseum (1979) auf Grundlage damaliger konzeptioneller Überlegungen. Quelle: Neugebauer (1992).
Ein integratives, wissenschaftlich fundiertes Freilichtmuseumskonzept, das Siedlungsstrukturen, Kulturlandschaften und Nutzungsgeschichte als zusammenhängendes System erfasst, ist für diese Phase nicht nachweisbar.

Links: Darstellung der „Hauslandschaft der Oberpfalz“ aus einer Publikation von 1942. Rechts: Spätere grafisch überarbeitete Darstellung (1990). Die Abbildung dient dem Vergleich konzeptioneller Darstellungsweisen in unterschiedlichen Zeitkontexten. Wiedergabe im Rahmen des Zitatrechts (§ 51 UrhG). Quelle: Neugebauer (2026).
Die ab 1977 entwickelten Planungen für ein Architekturmuseum basierten maßgeblich auf der genannten Publikation zur ‚Hauslandschaft der Oberpfalz‘ aus dem Jahr 1942, die im Kontext ihrer zeitgebundenen wissenschaftlichen und ideologischen Rahmenbedingungen zu betrachten ist. Vor diesem Hintergrund wurden sowohl die historische Einordnung als auch die methodische Tragfähigkeit dieser Ansätze in der Forschung unterschiedlich bewertet. Diese Ausgangslage bildete den wissenschaftlichen Ausgangspunkt für die Entwicklung eines neuen Museumskonzepts, das sich bewusst von einer ausschließlich objektorientierten Darstellung ländlicher Baukultur löste und die Kulturlandschaft als historischen Gesamtzusammenhang in den Mittelpunkt stellte.

Zustand des Museumsgeländes bei Übernahme zu Beginn der Aufbauphase 1982. Quelle: © Dr.-Ing. Manfred Neugebauer.
Zu Beginn der 1980er Jahre entwickelte Dr. Manfred Neugebauer ein kulturlandschaftlich orientiertes Freilichtmuseumskonzept für die Oberpfalz. Ziel war die Rekonstruktion und wissenschaftliche Analyse historischer Bau-, Siedlungs- und Wirtschaftsformen in ihrem funktionalen Zusammenhang.
Das entwickelte Konzept verband historische Bauforschung, Archäologie, Kulturlandschaftsanalyse, Dendrochronologie und museologische Vermittlung zu einem integrativen wissenschaftlichen Gesamtmodell. Im Mittelpunkt stand nicht das Einzelgebäude, sondern die Rekonstruktion historischer Lebens- und Wirtschaftsformen innerhalb ihres landschaftlichen Zusammenhangs.

Titelblatt des Rahmenplans zum Aufbau des Oberpfälzer Freilandmuseums (Ausschnitte, 1983). Der Plan bildet die konzeptionelle Grundlage der frühen Entwicklungsphase. Quelle: © Dr.-Ing. Manfred Neugebauer (1983, unveröffentlicht).
Mit der Umsetzung begann 1982 der Aufbau des Museums unter seiner wissenschaftlichen Leitung. Der 1983 vom Bezirkstag der Oberpfalz beschlossene Rahmenplan definierte die konzeptionelle und räumliche Struktur des Projekts.